Behandlungsmethoden: Akupunktur und TCM (Traditionelle chinesische Medizin)

Unsere Ausführungen und unsere praktische Vorgehensweise folgen der Grundlagenliteratur zu dieser Methode (Literaturhinweise siehe unten). Dort finden Sie auch eine tiefergehende Darlegung der Methode, der Wirksamkeit und die aktuellen wissenschaftlichen Erkenntisse.

Die philosophischen und historischen Hintergründe und Grundlagen der heutigen TCM sollen hier nicht dargestellt werden. Dies ist an anderer Stelle mehrfach und kompetent geschehen. Sehr übersichtlich, sowie meinem Verständnis und meiner praktischen Vorgehensweise entsprechend, findet sich dies auf der Website der DÄGfA, und in zahlreichen einschlägigen und umfassenden Lehrbüchern dargestellt.

Neben den klassischen TCM Anwendungen, hilft die Meridiansystematik Störfeld- und Organzusammenhänge bei scheinbar kaum therapierbaren chronischen Schmerzen aufzudecken. So sind Kenntnisse der TCM eine wichtige und hilfreiche Ergänzung westlicher und apparativer Diagnostik. Die Meridian-Zusammenhänge fließen regelhaft in meine funktionelle, manuelle Untersuchung des Patienten mit ein:

Akupunktur ist die im Westen bekannteste Behandlungsmethode der TCM. Im Verlauf der vergangenen 2000 Jahre entwickelte sich die Akupunktur zu einer außerordentlich wirkungsvollen Therapie für die Behandlung von sehr vielen Beschwerdebildern. Die traditionelle chinesische Lehre geht davon aus, dass Energie in bestimmten Leitbahnen (Meridianen) durch den Körper fließt. Diese Energie trifft an über 700 Punkten an die Hautoberfläche. Wird nun der Energiefluss gestört, z.B. durch Umwelteinflüsse wie Kälte, Hitze, Zugluft oder falsche Ernährung, seelische Belastungen und Überanstrengung können verschiedene Krankheiten und Schmerzzustände entstehen.

Während einer Akupunktursitzung werden ganz individuell Punkte am Körper gestochen. Durch den Nadelstich kann die körpereigene Regulierung in Bewegung gebracht werden, und der Körper führt sich selbst zur Heilung oder beugt Krankheiten vor. Die Nadel-Akupunktur ist darüber hinaus, wiederholt in Studien weltweit beschrieben, eine anerkannt gut wirksame Schmerztherapie.

Mikrosysteme
Alle Organe und Körperteile sind zusätzlich auf so genannten Projektionszonen der Körperoberfläche abgebildet, so dass es neben der Körperakupunktur noch die Ohr-, Mund-, Hand- und Schädelakupunktur gibt. Ohrakupunktur ist z.B zur Raucherentwöhnung, zur Unterstützung beim Abnehmen besonders gut geeignet und unterstützt die Körperakupunktur meist hervorragend. Sie wird von mir deshalb nahezu immer mit eingesetzt. Ohrakupunktur wirkt insbesondere rasch schmerzlindernd. Ähnliche Mikrosysteme sind die Grundlagen der japanischen Schädel-Akupunktur (Yamamoto) oder der koreanischen Hand-Akupunktur. Diese Methoden können ebenfalls das Konzept ergänzen.

Akupunktur mit Dauernadeln
Es werden kleine Nadeln eingestochen, die ca. 1–10 Tage im Körper verweilen, sie werden mit einem Pflaster fixiert. Dauernadeln kommen meist im Rahmen der Ohrakupunktur zum Einsatz; sie sind am Ohr kaum zu sehen.

Injektionsakupunktur
An Akupunkturpunkten werden hierbei Medikamente (z.B. Komplexhomöopathika) injiziert, wenn deren Wirkung zusätzlich erwünscht ist.

Laserakupunktur
ist vollkommen schmerzfrei. Statt der Nadeln wird gebündeltes Licht verwendet und wird in erster Linie bei Kindern angewandt – dieses Verfahren ist allerdings sehr zeitaufwändig.

Triggerpunkt-Akupunktur
behandelt gereizte Muskelpunkte, die zu Schmerzen im Muskel selbst oder in nahe gelegenen Sehnen und Gelenken geführt haben (siehe Triggerpunkt-Therapie). Diese Muskelpunkte werden mit einer Nadel durch Sticheln gereizt. Hierbei entsteht ein typisches Muskelzucken. Die Behandlung ist nicht ganz schmerzfrei und nach der Sitzung kann es zu einem Muskelkater artigen Empfinden kommen. Bei Schmerzzuständen der Muskeln, Sehnen und Gelenke wie z.B. Nackenverspannungen oder Wirbelsäulenbeschwerden führt diese Methode allerdings zu einer sehr guten, raschen Linderung

Literatur:
Klaus Richter / Horst Becke "Akupunktur", 3. Auflage 1995, Ullstein Medical
Claudia Focks / Norman Hillenbrand "Leitfaden traditionelle chinesische Medizin", 2. Auflage 2000, Urban & Fischer Verlag

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